ready2order zählt seit einigen Jahren zu den populäreren Cloud-Kassensystemen im deutschsprachigen Raum. Der Hersteller verspricht maximale Flexibilität: ein POS-System, das auf nahezu jedem Gerät läuft, wenig Einarbeitung erfordert und gleichzeitig alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Doch hält die Lösung auch im Alltag, was sie verspricht? Und für wen ist sie wirklich geeignet?

Wir haben die Software, die Hardware-Optionen, das Preismodell und die Funktionsvielfalt im Detail geprüft – ohne Marketing-Brille, sondern mit einem realistischen Blick auf Stärken, Schwächen und typische Einsatzszenarien.

Einrichtung & Bedienung – schnell einsatzbereit, aber mit Lernkurve

Der Einstieg in ready2order ist tatsächlich unkompliziert. Die Registrierung dauert wenige Minuten, und die Software lässt sich direkt im Browser oder über die App nutzen. Konfigurieren, Artikel anlegen, Belege testen – das klappt weitgehend intuitiv, auch wenn die Benutzeroberfläche optisch eher funktional wirkt.

Man sollte wissen: Die Menüstruktur ist logisch aufgebaut, aber nicht so modern oder visuell geführt wie bei manchen reinen iPad-Systemen. Für Einsteiger bedeutet das: ein paar Minuten mehr Orientierung, bevor alles flüssig läuft.

Positiv ist, dass die Ersteinrichtung komplett selbst durchgeführt werden kann, keine spezielle Hardware voraussetzt und auf allen Hauptplattformen sofort nutzbar ist. Weniger optimal ist, dass manche Optionen etwas versteckt sind – beispielsweise Artikelvarianten, Steuerkonfigurationen oder Mitarbeitereinstellungen. Für kleine Teams stellt das kein Hindernis dar, aber man sollte für die vollständige Einrichtung etwas Zeit einplanen.

Kompatibilität & Flexibilität – ein echter Vorteil gegenüber vielen Konkurrenten

ready2order ist eines der flexibelsten Systeme am Markt. Die Software läuft auf Android-Tablets, iPads, Windows-Laptops, Mac-Geräten, Smartphones und der hauseigenen Hardware wie readyMax, readyTab, readyGo und readyMini. Das ist besonders attraktiv für Unternehmen, die mehrere Geräte parallel betreiben oder ihre bestehende Technik weiter nutzen möchten.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Café kann an der Theke ein iPad nutzen, während Kellner ein Smartphone zur mobilen Bestellaufnahme verwenden – ohne zusätzliche Lizenzen pro Gerät. Zudem arbeitet das System offline weiter, falls das WLAN ausfällt; die Daten werden später synchronisiert. Das ist ein klarer Vorteil für mobile Verkäufer, Marktstände oder Betriebe mit instabiler Internetverbindung.

Die Hardware – vier Geräteklassen für unterschiedliche Anforderungen

readyMini – klein, günstig, mobil

Ein kompaktes, günstiges Gerät für Einsteiger. Es eignet sich vor allem für mobile Dienstleister, Friseure oder temporäre Verkaufsstände. Der integrierte Kartenleser ist bequem, auch wenn das Gerät nicht für extrem hohe Volumina ausgelegt ist.

readyGo – All-in-One für unterwegs

Das Gerät kombiniert POS, Belegdrucker und Kartenleser in einem kompakten Terminal. Ideal für Betriebe mit wenig Platz oder häufig mobilem Einsatz. Für sehr hohe Druckvolumina ist der kleinere Drucker allerdings nur bedingt geeignet.

readyTab – Tablet-Kasse mit optionaler Halterung

Das Tablet bietet eine gute Mischung aus Mobilität und stationärem Einsatz. Es eignet sich gut für Boutiquen, Cafés oder kleine Einzelhändler. Die Verarbeitung ist solide, auch wenn Zubehör meist separat erworben werden muss.

readyMax 2 – stationäres High-End-System

Dieses Gerät ist klar für den Dauerbetrieb ausgelegt. Es verfügt über zwei Displays, einen integrierten Drucker sowie optionale Erweiterungen wie Scanner, Schublade oder Kartenterminal. Für klassische Thekenplätze ist es die professionellste Lösung im Sortiment.

Funktionen für Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleister

ready2order soll nach Herstellerangaben branchenübergreifend funktionieren – und das gelingt insgesamt gut, vor allem in kleinen und mittleren Betrieben.

Einzelhandel

Die Software deckt zentrale Funktionen wie Artikelverwaltung, Varianten, Retouren, Rabattlogik und Kundenprofile ab. Für kleine bis mittlere Geschäfte reicht das völlig aus. Wer jedoch tiefgehende Warenwirtschaft oder komplexe Filialstrukturen benötigt, stößt früher an Grenzen.

Dienstleister

Für Salons, Kosmetikstudios oder mobile Anbieter bietet das System eine einfache Schnellbedienung, flexible Zahlmethoden, ein integriertes Gutscheinsystem und die Möglichkeit, Produkte oder Dienstleistungen unkompliziert miteinander zu kombinieren.

Gastronomie (mit Gastro-Paket)

Das Gastro-Paket erweitert die Funktionen um eine Tischübersicht, Bestellungen pro Platz, digitale Weiterleitung an Küche oder Bar, Beilagenlogik und Trinkgeldfunktionen. Für Cafés, Bars und kleinere Restaurants ist das ausreichend. Große, komplexe Gastronomiebetriebe kommen dagegen irgendwann an Limits, vor allem bei getrennten Stationen und sehr spezifischen Workflows.

Buchhaltung, Auswertungen & Datenzugriff

Eine der ausgeprägten Stärken von ready2order ist die Integration in die Buchhaltung. Das digitale Kassenbuch arbeitet vollständig GoBD- und KassenSichV-konform und ermöglicht es, Tagesabschlüsse als PDF zu exportieren, direkt an den Steuerberater weiterzugeben oder an DATEV und andere Systeme zu übertragen. Diese Automatisierung spart Zeit und verringert Fehlerquellen, besonders in kleineren Betrieben ohne eigene Buchhaltungsabteilung.

Der Zugriff auf Echtzeitdaten über die Cloud ist in der Praxis ebenfalls sehr hilfreich. Verkaufsanalysen, Umsatzverläufe und die Anzeige von Topsellern sind klar strukturiert und bieten einen schnellen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung. Die Analysefunktionen reichen für die meisten KMU völlig aus, wenngleich sie für große Handelsketten oder Firmen mit umfangreicher Lagerhaltung nicht tiefgehend genug sind. Hier stößt das System an natürliche Grenzen.

Zahlungsmöglichkeiten

ready2order unterstützt eine breite Palette an Zahlungsarten. Kartenzahlungen, girocard, Kreditkarten, mobile Zahlungen wie Apple Pay und Google Pay sowie klassische Barzahlungen gehören zum Standard. Zusätzlich können Kunden – abhängig vom Geschäftsmodell – auch auf Rechnung zahlen.

In Kombination mit dem PAYONE-Terminal lassen sich nahezu alle gängigen Karten akzeptieren. Besonders positiv ist, dass ready2order keine eigene Payment-Bindung vorgibt. Händler können also frei entscheiden, welchen Anbieter sie für Kartenzahlungen bevorzugen. Diese Flexibilität hebt das System von manchen Wettbewerbern ab, die eng an einen eigenen Payment-Partner gebunden sind.

Support & Schulungen

Der Support von ready2order ist zuverlässig und im Verhältnis zum Preis überdurchschnittlich gut. Das Team ist täglich zwischen 8 und 22 Uhr erreichbar und kann telefonisch, per Chat oder per E-Mail kontaktiert werden. Ein kostenloses Starterpaket sorgt dafür, dass neue Nutzer sich relativ schnell zurechtfinden.

Darüber hinaus gibt es optionale Webinare oder eine geführte Schnellstart-Einrichtung, die für unerfahrene Teams hilfreich ist. Gleichzeitig sollte man wissen, dass kein Vor-Ort-Service angeboten wird. Wer eine sehr individuelle, tiefgehende oder branchenspezifische Schulung benötigt – wie sie manche rein gastronomische Systeme anbieten – findet diese Form der Betreuung hier weniger ausgeprägt.

Preise – fair, aber nicht günstig

Das Basispaket startet bei 34,90 € monatlich, während das Gastro-Paket weitere 22,90 € pro Monat kostet. Je nach Gerät liegen die Hardware-Kosten zwischen 279 € und 1.199 €. Damit liegt ready2order preislich im mittleren Segment. Es ist nicht das günstigste Kassensystem, aber angesichts der Funktionsvielfalt und Rechtssicherheit durchaus fair bepreist.

Ein Pluspunkt ist die transparente Preisstruktur ohne versteckte Gebühren. Grundfunktionen sind vollständig enthalten, es gibt keine Paywalls für essenzielle Features, und auch eine technische Mindestvertragslaufzeit wird nicht erzwungen.

Stärken & Schwächen

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Stärken

  • Sehr flexibel einsetzbar (mobil & stationär)
  • Plattformunabhängig – läuft auf fast jedem Gerät
  • Stabiler Offline-Modus
  • Gute Basisfunktionen für KMU
  • Übersichtliche Cloud-Auswertungen
  • Rechtssicher (GoBD, KassenSichV, TSE-konform)
  • Faire Preisstruktur ohne versteckte Kosten

Schwächen

  • Design der Oberfläche wirkt altmodisch
  • Nicht geeignet für hochkomplexe Gastronomiebetriebe
  • Keine persönliche Vor-Ort-Betreuung
  • Einige Funktionen nur mit Extras oder Paketen verfügbar
  • Keine tiefgehende Warenwirtschaft

Für wen eignet sich ready2order wirklich?

ready2order eignet sich besonders für kleine und mittlere Unternehmen, die Wert auf Flexibilität und einfache Bedienung legen. Cafés, Food-Trucks, Boutiquen, Friseure, Kosmetikstudios oder kleine Restaurants finden hier eine solide Lösung ohne große Einstiegshürden. Wer mobil arbeitet oder häufig den Standort wechselt, profitiert zusätzlich von der geräteunabhängigen Nutzung.

Weniger geeignet ist das System für große Gastronomiebetriebe mit vielen Stationen oder für Unternehmen, die eine sehr tiefgehende Warenwirtschaft, Automatisierungen oder individuelle Workflows benötigen. Auch wer ein besonders modernes Interface erwartet, sollte sich der eher klassischen Optik bewusst sein.

Fazit – solide, flexibel und fair, aber mit klaren Grenzen

ready2order überzeugt durch seine große Flexibilität, die breite Geräteunterstützung und eine faire Preisstruktur. Die Cloudbasis mit Echtzeitdaten, die rechtliche Konformität und die einfache Einrichtung machen das System zu einer verlässlichen Wahl für viele kleine und mittelständische Betriebe.

Es ist kein Kassensystem, das durch spektakuläre Extras glänzt, sondern eines, das zuverlässig funktioniert und den Alltag erleichtert. Für Unternehmen, die eine praktische, mobile und rechtssichere Lösung suchen, ist ready2order eine gute Option. Wer jedoch komplexe Anforderungen hat oder eine tief integrierte Branchenlösung benötigt, sollte Alternativen prüfen.