tillhub gehört seit einigen Jahren zu den bekannteren POS-Anbietern im deutschsprachigen Raum – nicht nur wegen der iPad-basierten Oberfläche, sondern vor allem wegen der Mischung aus moderner Cloud-Architektur und branchenübergreifenden Expertenfunktionen.
Der Hersteller positioniert sich klar im Segment für Einzelhandel, Dienstleister und Gastronomie und verspricht eine Lösung, die mit wenigen Klicks betriebsbereit ist und sich flexibel erweitern lässt.

Doch wie gut schlägt sich tillhub im realen Vergleich mit anderen Systemen dieser Klasse?
Und für wen lohnt sich das System wirklich?

Ich habe mir Software, Hardwarekonzept, Funktionsumfang, Bedienbarkeit und Preise im Detail angesehen.

Überblick – Was tillhub grundsätzlich bietet

tillhub versteht sich als All-in-One Cloud-Kassensystem, das sowohl auf iPads als auch auf stationären Setups genutzt werden kann.
Der Fokus liegt klar auf einer schnellen Einarbeitung, einfachen täglichen Abläufen und der Möglichkeit, das System jederzeit um Mitarbeiter, Filialen oder Artikel zu erweitern.

Besonders betont wird die 100%ige Gesetzeskonformität:
TSE, GoBD und KassenSichV werden dauerhaft durch Updates eingehalten, was für viele Unternehmen ein wichtiges Argument ist – gerade im Hinblick auf Prüfungen oder zukünftige Gesetzesänderungen.

Neben dem Kassieren unterstützt das System auch administrative Bereiche wie Terminbuchungen, Filialsteuerung, Reporting oder DATEV-Exporte.

Hardware & Bedienung – modernes Konzept mit klarer Apple-Ausrichtung

tillhub setzt bereits seit Jahren konsequent auf das iPad als Kern des Systems. Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Tablets sind leicht, intuitiv, schnell austauschbar und vielen Mitarbeitern vertraut.

Im Test zeigt sich, dass die Bedienung tatsächlich sehr geradlinig funktioniert. Die Einarbeitungszeit ist kurz, Arbeitsabläufe lassen sich ohne Schulung verstehen,und die Oberfläche ist modern aufgebaut.

Wo andere Systeme häufig verschachtelte Menüs bieten, bleibt bei tillhub fast alles sofort sichtbar. Das überzeugt insbesondere in Betrieben, in denen Mitarbeiter oft wechseln oder das Kassensystem nicht täglich nutzen.

Ein kleines Manko ist allerdings, dass die iPad-Ausrichtung auch eine gewisse Bindung an Apple-Ökosysteme bedeutet. Für viele Gastronomiebetriebe ist das unproblematisch, für kleinere Einzelhändler, die bereits Android/Windows nutzen, kann das jedoch zusätzlichen Aufwand bedeuten.

Smarte Funktionen für Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleister

tillhub deckt grundsätzlich alle Funktionen ab, die man heute von einem modernen Kassensystem erwarten darf, geht aber gleichzeitig einen Schritt weiter und ergänzt das Ganze um branchenorientierte Features, die im täglichen Betrieb tatsächlich spürbare Vorteile bringen können. Der Mix wirkt nicht überladen, sondern ausgewogen – so, dass kleine und mittlere Unternehmen sofort loslegen können, ohne sich durch unnötig komplexe Module zu kämpfen.

Gastro-spezifische Funktionen

In der Gastronomie zeigt sich besonders deutlich, dass tillhub nicht nur ein generisches Kassensystem ist, sondern gezielt an typische Abläufe in Cafés, Bars oder kleineren Restaurants angepasst wurde. Die Möglichkeit, Raum- und Tischpläne individuell anzulegen, erleichtert die Organisation und sorgt dafür, dass Bestellungen schneller und klarer zugeordnet werden können. Splitzahlungen funktionieren reibungslos, was vor allem in Betrieben mit vielen Gruppenbestellungen ein realer Zeitgewinn ist. Auch die digitale Weitergabe von Bestellungen an Küdie che oder T dieheke läuft stabil und ohne große Verzögerungen. Preisbücher für wechselnde Tagesangebote, To-Go-Funktionen für den Außer-Haus-Verkauf sowie korrekt steuerlich verbuchte Trinkgeldoptionen runden das Gesamtbild ab.

Diese Funktionen sind sauber umgesetzt und reichen für die meisten gastronomischen Konzepte völlig aus. Allerdings wird deutlich, dass tillhub nicht als High-End-Lösung für große, stark strukturierte Gastro-Betriebe gedacht ist. Wer mehrere Bars, ein umfangreiches Küchenmonitoring oder komplexe Küchenhierarchien braucht, findet die höheren Freiheitsgrade eher bei spezialisierten Systemen wie Lightspeed Restaurant oder Gastrofix. Für klassische Cafés und kleinere Restaurants ist tillhub dagegen mehr als ausreichend.

Einzelhandel & Dienstleister

Im Einzelhandel spielt Tillhub seine Stärke in der alltäglichen Handhabung aus. Artikel lassen sich unkompliziert anlegen, verwalten und strukturieren, während die integrierte Variantenverwaltung etwa bei Mode, Schuhen oder Elektronikmodellen echte Arbeitserleichterung bietet. Auch die Steuerung mehrerer Filialen ist möglich, ohne dass man gleich in ein komplettes ERP-System einsteigen muss. Die Kundenverwaltung und die flexiblen Möglichkeiten, Rabatte oder Aktionen zu steuern, machen das System für viele Einzelhändler attraktiv, die ihre Verkäufe nachvollziehbar gestalten möchten, aber gleichzeitig Wert auf eine intuitive Oberfläche legen.

Dienstleister profitieren zusätzlich von Funktionen, die in klassischen POS-Systemen oft nur über zusätzliche Module erhältlich sind. Die integrierte Online-Terminbuchung gehört dazu ebenso wie die Option, mobil beim Kunden abzurechnen – was vor allem für Handwerker, Beauty-Profis oder Gesundheitsdienstleister relevant ist. Auch die mobilen Bezahlmöglichkeiten sorgen dafür, dass Dienstleistungen direkt vor Ort abgeschlossen werden können, ohne dass ein stationärer Kassenplatz nötig wäre.

Insgesamt entsteht der Eindruck eines durchdachten Funktionspakets, das zwar nicht auf maximale Tiefe ausgelegt ist, aber für die große Mehrheit der kleinen und mittleren Unternehmen alle wichtigen Anforderungen erfüllt. Es ist ein System, das man nicht zuerst „beherrschen“ muss, bevor man produktiv arbeiten kann – und genau das macht es für viele Betriebe attraktiv.

Buchhaltung, Datenzugriff & DATEV – sehr komfortabel, aber nicht maximal tiefgehend

Die Buchhaltungsfunktionen gehören zu den stärkeren Bereichen des Systems.
Das Kassenbuch ist vollständig GoBD- und KassenSichV-konform, Exportfunktionen sind klar aufgebaut und funktionieren ohne zusätzliche Tools.

Alle Tagesabschlüsse lassen sich als PDF speichern, an den Steuerberater weiterleiten oder direkt per DATEV-Schnittstelle exportieren.
Der Zugriff über die Cloud ist jederzeit möglich, inklusive Echtzeit-Einblicken in Umsätze, Verkaufsstatistiken und Topseller.

Für kleine und mittlere Betriebe reicht diese Detailtiefe vollkommen aus.
Größere Händler mit komplexen Warenwirtschaftsstrukturen werden jedoch einen vollausgebauten Wawi-Unterbau vermissen – Tillhub ist eher ein Kassensystem als ERP.

Zahlungsmöglichkeiten – flexibel, aber abhängig vom Payment-Partner

tillhub unterstützt alle gängigen Zahlungsarten – von Kartenzahlung über Kreditkarten bis zu Apple Pay und Google Pay.
Barzahlung und „auf Rechnung“ sind ebenfalls integriert.

Besonderheit:
Die Kartenzahlung läuft häufig über externe Partner wie Zettle oder Verifone, wodurch Händler beim Payment-Anbieter flexibel bleiben.
Einige Konkurrenten setzen hier stärker auf geschlossene Systeme.

Vorteil: freie Wahl.
Nachteil: Zwei getrennte Systeme bedeuten zwei mögliche Fehlerquellen.

Cloud-Zugriff & Filialfähigkeit – große Stärke des Systems

Einer der größten Pluspunkte von tillhub ist der Live-Zugriff auf alle Geschäftsvorgänge, unabhängig vom Standort.
Daten werden zentral gespeichert, mehrere Filialen lassen sich gemeinsam steuern,und Mitarbeiter erhalten individuelle Zugriffsrechte.

Für Unternehmen mit mehreren Standorten oder mobilem Verkauf ist das ein klarer Vorteil.
Der einzige Nachteil ist die Abhängigkeit vom Internet: Ohne stabile Verbindung wird das Arbeiten schwieriger, auch wenn Transaktionen weiterhin lokal gepuffert werden.

Support & Schulungen – umfangreich, schnell, aber nicht perfekt

Die Erfahrungsberichte betonen immer wieder den Support – und das zurecht.
Die Erreichbarkeit ist gut, die Reaktionszeit kurz, und viele Nutzer berichten von persönlicher Betreuung, bei der Mitarbeiter sich Zeit nehmen und Probleme gründlich lösen.

Online-Schulungen, Schnellstart-Guides und Webinare sind verfügbar und sinnvoll aufbereitet.
Für anspruchsvollere Branchen, etwa hochfrequente Gastronomie, könnten die Schulungen jedoch noch tiefer gehen.

Ein echter Vor-Ort-Service wird nicht angeboten – wer eine persönliche Einrichtung direkt im Geschäft wünscht, muss auf Remote-Support ausweichen.

Gesetzliche Konformität – zukunftssicher, ohne Zusatzkosten

tillhub erfüllt alle Pflichtanforderungen:

  • TSE integriert
  • GoBD-konform
  • KassenSichV-konform
  • regelmäßige Updates inklusive

Dass die gesetzliche Konformität ohne Zusatzkosten gewährleistet wird, ist positiv – andere Anbieter verlangen hierfür teilweise jährliche Gebühren.

Preise & Kostenstruktur – fair, aber nicht im unteren Segment

Preislich liegt tillhub im mittleren Bereich:

  • Software ab 34,90 € monatlich (Basis)
  • Gastro-Paket +22,90 € monatlich
  • Hardware zwischen 279 € und 1.199 €

Für KMU sind diese Preise solide und nachvollziehbar.
Allerdings gibt es günstigere Systeme – vor allem reine App-Lösungen.
Wer jedoch Stabilität, TSE, DATEV und Support benötigt, erhält ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Positiv ist, dass keine versteckten Gebühren oder Paywalls für Grundfunktionen existieren.

Stärken & Schwächen – klare Positionierung

Was überzeugt

  • intuitive Bedienung & schnelle Einarbeitung
  • sehr guter telefonischer Support
  • starke Cloud-Funktionen & Filialfähigkeit
  • gesetzeskonform, inkl. TSE
  • flexible Branchenfunktionen
  • DATEV-Export ohne Umwege

Wo Nachteile sichtbar werden

  • kein Vor-Ort-Service
  • Abhängigkeit vom iPad-Ökosystem
  • Payment über externe Partner
  • nicht geeignet als vollwertige Warenwirtschaft
  • etwas höhere Gesamtkosten im Vergleich zu Minimal-Lösungen

Für wen lohnt sich tiTillhubirklich?

tillhub entfaltet seine Stärken vor allem bei Unternehmen, die ein modernes, cloudbasiertes Kassensystem suchen, das sich schnell bedienen lässt und gleichzeitig zuverlässig im Hintergrund arbeitet. Besonders Betriebe, die Wert auf intuitives Handling, eine klar strukturierte Oberfläche und schnellen Support legen, profitieren von diesem Ansatz. Die Kombination aus einfacher Bedienbarkeit, flexiblen Branchenfunktionen und der dauerhaft gewährleisteten Gesetzeskonformität macht das System vor allem für kleine und mittelgroße Einzelhändler interessant – beispielsweise Modegeschäfte, Concept Stores oder Fachhändler, die eine klare, unkomplizierte Kassenlösung benötigen, ohne in komplexe IT-Prozesse einzusteigen. Auch Dienstleister wie Friseursalons, Kosmetikstudios oder Gesundheits- und Wellnessbetriebe finden in tillhub eine solide Lösung, die den Alltag erleichtert, ohne mit unnötigen Zusatzmodulen zu überfordern.

In der Gastronomie ist das System vor allem für Cafés, kleinere Restaurants und Betriebe mit übersichtlichen Abläufen geeignet. Dort, wo Bestellungen schnell aufgenommen werden müssen, Tische klar organisiert sind und Mitarbeiter ohne lange Einarbeitung starten sollten, zeigt die Bedienoberfläche ihre Vorteile. Auch mobile Anbieter – etwa Food-Trucks, Marktstände oder Handwerksbetriebe mit Vor-Ort-Kassierung – profitieren von der flexiblen Nutzung über das Tablet und dem direkten Zugriff auf Live-Daten aus der Cloud. Für diese Zielgruppen ist tillhub oft eine deutliche Vereinfachung gegenüber klassischen Registrierkassen oder zu stark spezialisierten Gastro-Lösungen.

Weniger geeignet ist das System hingegen für Unternehmen, die vollständig ohne Internet arbeiten müssen oder ein Kassensystem benötigen, das auch bei instabiler Verbindung ohne Einschränkungen läuft. Ebenso stößt tillhub an seine Grenzen, wenn Betriebe ein tief integriertes ERP oder eine umfangreiche Warenwirtschaft erwarten – etwa größere Handelsketten, Logistikbetriebe oder Filialsysteme mit stark komplexen Artikelstrukturen. Auch Unternehmen, die grundsätzlich kein Apple-Ökosystem nutzen möchten und ausschließlich auf Android oder Windows setzen, werden mit tillhub weniger zufrieden sein, da das System klar auf iPads ausgerichtet ist. Und schließlich sollten Gastronomen mit besonders komplexen Anforderungen – etwa großen Küchenstrukturen, mehreren Bars oder ausgefeilten Produktionsabläufen – prüfen, ob spezialisierte High-End-Systeme besser geeignet sind.

Insgesamt lohnt sich tillhub für Betriebe, die eine moderne, leicht verständliche und flexibel skalierbare Lösung suchen, ohne sich in technische Details vertiefen zu müssen. Wer hingegen höchste Individualisierung oder maximale Tiefe in Warenwirtschaft und Prozesssteuerung benötigt, sollte die Grenzen des Systems im Blick behalten.

Fazit – ein modernes, durchdachtes POS-System mit klarem Fokus auf KMU

tillhub bietet eine solide Mischung aus Benutzerfreundlichkeit, Cloud-Flexibilität und gesetzlicher Sicherheit.
Die Stärken liegen klar im intuitiven Aufbau, im schnellen Arbeiten und in der hervorragenden Supportstruktur.

Es ist kein System, das alles kann – aber es deckt das ab, was viele Betriebe im Alltag wirklich benötigen.
Für KMU im Einzelhandel, Dienstleistungsbereich und in der unkomplizierten Gastronomie gehört tillhub deshalb zu den stärkeren Optionen am Markt.

Wer eine zuverlässige, moderne und gut betreute Lösung sucht, findet hier ein Kassensystem, das den täglichen Betrieb tatsächlich erleichtern kann – ohne überladen zu wirken oder teure Zusatzmodule zu verlangen.